Der Verein

Chronik

Vereinsgeschichte seit 1931

In dieses Jahr fällt die Gründung des Borbecker Tennis-Clubs.

Wenn man die historische Entwicklung zurückverfolgt, so überrascht zunächst einmal die Feststellung, dass schon zur damaligen Zeit im Großraum Borbeck 5 Tennisanlagen existierten:

Tennisabteilung der Turngemeinde Borbeck; Tennisabteilung des Ruderclubs Dellwig; privat an der Zeche Wolfsbank; im Schlosspark 2 Plätze des Baron Max von Fürstenberg; am „Roten Teppich, früher unter „Heimbachs Büschken“ bekannt mit einem Privatplatz.

Sie verschmolzen sich im Laufe der späteren Jahre mehr und mehr mit dem Borbecker Tennis-Club, dessen Keimzelle und Wiege die Tennisanlage an der ehemaligen Waldschenke, also an Ihrer heutigen Stelle, bildet.

Auf Initiative von Conny Jansen wurde 1931 der Spielbetrieb von der Zeche Wolfsbank zur neu erstellten Anlage an der Waldschenke verlegt. Das Jahr 1931 gilt daher als Gründungsjahr des Vereins, allerdings gibt es keinen offiziellen Gründungstag. Es standen 2 Tennisplätze zur Verfügung. Die Tennisabteilung wurde von Conny Jansen als nicht eingetragener Verein geführt.   

Parallel dazu unterhielt der Dellwiger Ruderclub eine Tennisriege, die im Jahre 1936 organisatorische Selbstständigkeit erhielt und dadurch im gleichen Jahr in die Lage versetzt wurde, Verhandlungen mit den Vertretern des Borbecker Tennissports aufzunehmen. Es kommt nun zu einem Zusammenschluss zwischen diesen beiden Gruppen. Maßgeblichen Anteil an dieser Fusion, die sich sehr positiv auf die weitere Entwicklung unseres Vereins auswirkte, hatten die Herren Heinz Becker †, unser ehemaliges Ehrenmitglied Rudi von der Brüggen †, Arthur Wilke † sowie Hans Jahrhofer †, der dann später in den Jahren von 1955 – 1967 dem Vorstand als 2. Vorsitzender angehörte.

Die Vereinsführung lag nun in den Händen von Heinz Becker. Mit der Stadt Essen wurde der bereits im Jahre 1934 abgeschlossenen Pachtvertrag erneuert. In der Mitgliederversammlung am 25. Mai 1938 in der Waldschenke werden die Einheits-Satzungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen angenommen. Die Aufnahmegebühr wird auf 10 Reichsmark und der Monatsbeitrag auf 3 Reichsmark festgelegt.

In den folgenden Jahren entwickelte sich ein sehr reges und harmonisches Vereinsleben. Zahlreiche Turniere mit befreundeten Essener und benachbarten Vereinen wurden ausgetragen. Neben der sportlichen Betätigung wurde die Geselligkeit besonders gepflegt. Mittelpunkt des geselligen Lebens bildete die an der Platzanlage gelegene Gaststätte „Waldschenke“ und war der Treffpunkt der Tennisfreunde schlechthin.

Im Schloß Borbeck wurde gekegelt und es wurden nicht nur in den Wintermonaten Ausflüge ins Sauerland unternommen. Durch den Krieg erlitt die Entwicklung des Borbecker Tennis-Clubs einen schweren Rückschlag. Weitere Keulenschläge neben den großen politischen und militärischen waren die Nachrichten über den Soldatentod von Clubmitgliedern. Hier sei für alle der Name Heinz Becker genannt, dem der Club für seine in vielen Jahren gezeigte Einsatzbereitschaft, viel zu verdanken hat.

Aber gleich nach dem Krieg ging man an den Wiederaufbau. Grundlage hierfür war das durch das harmonische Vereinsleben der zurückliegenden Jahre geprägte Zusammengehörigkeitsgefühl. In der Gaststätte „Krebs“ fanden die ersten Jahreshauptversammlungen statt. Dem 1947 gewählten Vorstand gehörten Helmut Harmsen als 1. Vorsitzender und Hans-Willi Bach als Kassenwart an.

In Eigenhilfe wurden die beiden Tennisplätze wieder spielfertig gemacht. So konnte sich sehr bald wieder ein ganz ansehnlicher sportlicher Betrieb entwickeln, aber alles ohne Clubhaus, ohne die Möglichkeit des Umkleidens und Duschens. Das Netzproblem wurde zunächst durch einen Hühnerstalldraht gelöst und die Ballfrage war nur mit Humor zu betrachten.

Als Übergangslösung entstand im feuchten und dunklen Keller des im Kriege zerstörten Musikpavillons auf dem Waldschenkengelände ein Umkleideraum, bis sich in dem ehemaligen Toilettenhäuschen der Waldschenke eine Möglichkeit fand, ansprechende Umkleideräume herzurichten. Zwar fehlte zunächst noch die Dusche, jedoch ist hierzu im Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 31. März 1954 zu lesen:

„Mit großer Stimmenmehrheit wurde der Vorschlag zur Anschaffung einer Warmwasserdusche angenommen. Da die Mitgliedsbeiträge vollauf in Anspruch genommen werden, sollen die Kosten von 250,- DM für die Warmwasserdusche lt. Beschluss der Versammlung durch eine einmalige Umlage von 1,50.- DM für Erwachsene und 1.- DM für Jugendliche gedeckt werden.“

Das waren noch Zeiten und Preise. !!

In der Folgezeit wurde der weitere Ausbau der Tennisanlage tatkräftig und mit viel Idealismus vorgenommen, denn die vorhandenen 2 Plätze reichten bei der wachsenden Mitgliederzahl bei weitem nicht mehr aus. Selbsthilfe wurde groß geschrieben. Unvergessen sind die vielen freiwilligen Stunden, in denen eine Gruppe von Mitgliedern Erde bewegte, Steine geschleppt und Zäune gesetzt hat. Im Jahre 1952 war es dann endlich soweit, der heutige Platz 3 konnte für den Spielbetrieb freigegeben werden.

Schon 1955 wurde, ebenfalls weitgehend in Selbsthilfe der Clubmitglieder, der Platz 4 fertig gestellt.

Besondere Verdienste beim Ausbau der Tennisanlage erwarb sich sowohl vor dem Krieg als auch in den Nachkriegsjahren unser unermüdlicher Heinrich Sander †, dem die Geschicke des Vereins immer besonders am Herz lagen. Heinrich Sander gehörte viele Jahre dem Vorstand an und wurde in Anerkennung seiner hohen Verdienste um den Borbecker Tennis-Club am 31. März 1954 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Das Vereinsleben in jenen Jahren war von ausgezeichneter Harmonie geprägt, die Ihren Ausdruck und Niederschlag in vielen fröhlichen Festen und gemeinsam verbrachten Stunden fand. Wer denkt nicht gerne an die Frühlings- und Abschlussfeste im Cafe Oberholz zurück, an lauschige Bowle-Abende auf der Wiese zwischen Platz 1 und 3 und an die Fahrt ins Blaue, wozu eigens ein Straßenbahnwagen gechartert wurde, natürlich mit Akkordeonspieler.

Im Jahr 1956 wurde der vordere Teil des auf der Anlage befindlichen Fachwerkhäuschens frei. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, einen Clubraum einzurichten. Im Laufe der Jahre erfolgte der weitere Ausbau, so dass der Verein schon bald über ein zwar kleines, aber gemütliches Clubhaus verfügte. Nicht zu Unrecht wurde es von den Mitgliedern liebevoll „Knusperhäuschen“ oder „Räucherpöttchen“ genannt.

Einen schweren Rückschlag erlebte das Vereinsleben im Jahre 1967, denn in der Nacht zum 16. September wurde das Clubhaus durch einen Brand völlig zerstört.

Nun aber zeigte erneut der alte BTC-Geist. Tatkräftig wird der Neubau eines Clubhauses in Angriff genommen, und wieder sind es einige Mitglieder, die durch besonderes persönliches Engagement in vielen Arbeitsstunden an den Wochenenden den Aufbau ermöglichen.

An dieser Stelle muss auch unser langjähriger Platzmeister, Heinrich Oerters †, genannt werden, der durch sein handwerkliches Können und seine große Einsatzbereitschaft viel zum Gelingen beigetragen hat.

Im Mai 1968, also schon nach wenigen Monaten, wir das neue Clubhaus seiner Bestimmung übergeben. Mit dem neuen Clubhaus und den terrassenförmig angelegten 4 Plätzen präsentiert sich in Borbeck eine ebenso gemütliche wie repräsentative Tennis-Anlage. Ein Sportverein erhält stets sein Gepräge durch eine Gruppe von Mitgliedern, die in guten wie in schlechten Tagen treu „zur Stange halten“, die jederzeit bereit sind, für den Club Opfer zu bringen.

Vereinsgeschichte.pdf
PDF-Dokument [286.5 KB]